BG/BRG Lerchenfeld
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Paul Kulnig

Paul Kulnig,

Künstler,
ruhiger Beobachter und als begabter Kunstlehrer die personalisierte Schule des Sehens ist nicht mehr.


Jahrzehntelang war er der Mentor vieler Schüler und Junglehrer im Lerchenfeldgymnasium.
Die Abstraktion, das Beschränken auf das Wesentliche in seinem künstlerischen Gestalten, forderte den Interessierten dazu heraus, sich anzustrengen, um des Substrates der Werke von Paul Kulnig teilhaftig zu werden. Erst das Einlassen auf ein Werk öffnete dem Betrachter früher oder später ein Bild.

Ich erinnere mich daran, wie mir einst die meisten seiner Aktbilder in einer Künstlerhaus-Ausstellung erst nach stundenlanger ruhiger Auseinandersetzung Bild für Bild aufgingen. Die Freude darüber, dass ich viele der ausgestellten Bilder endlich verstand, war groß, ich dachte daran, dass es Erwerbern solcher Werke später daheim wohl in ihrer Freude darüber ähnlich ginge, dass sie sich das Werk durch genaues Sehen verdient hätten, während flüchtigen Beobachtern all das weiterhin verborgen bliebe.

Schüler und Kunstinteressierte konnten bei Paul Kulnig aber nicht nur das Sehen lernen, wenn sie das denn wollten. Der stille Künstler drängte sich dabei niemandem auf.

Als junger Lehrer genoss ich die Oase der Stille im Zeichenlehrerkabinett, lauschte vielen aufregenden Erzählungen und Anregungen, trank so manche Tasse Kaffee und des öfteren auch einmal einen guten Schluck. Ich hatte dort Asyl, genoß das Wohlwollen eines väterlichen Freundes, durfte dort aus und ein gehen.

Dieses Privileg teilten auch einige ältere und jüngere Kollegen und viele Schüler mit mir. Da war der Peter Liaunig, Architekt und Leiter der berühmten Kunstausstellung Liaunig in Neuhaus, der ziemlich oft dort zugegen war. Es wurde auch über Kunst diskutiert, da gab es Standpunkte, um die angeregt gerungen wurde.

Nun wird Paul Kulnig wieder seinen Kollegen Herbert Böckl treffen. Wir alle haben einen großen Lehrer, einen liebenswerten Kollegen und manche einen guten Freund verloren.
Das künstlerische Werk wird bleiben und Paul Kulnig lange überleben.

Albert Pulferer, ehemaliger Kollege