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Kein Platz für Idioten

theater 5A

Am Freitag, dem 19.10.2018, besuchte die Klasse 5A in Begleitung von Frau Professor Pirolt im Rahmen des Deutschunterrichts das Theaterstück „Kein Platz für Idioten“ von Felix Mitterer, welches im Musikhaus in Klagenfurt aufgeführt wurde.

theater 5A

Im dargestellten Volksstück geht es um einen geistig beeinträchtigten Jungen, für den sich seine bäuerlichen Eltern sehr schämen. Deswegen behandeln sie ihn schlecht und gehen sogar soweit, ihn zu schlagen. Eines Tages erreicht ein herzensguter alter Mann diese Familie, um seine Dienste anzubieten, und trifft auf den Jungen. Dieser ist so verschreckt, dass er sich nicht traut, dem Mann gegenüberzutreten, obwohl dieser offensichtlich sehr nett und freundlich ist. Als dann die Mutter hinzukommt und anfängt, den Buben zu schlagen und anzuschreien, beschließt der großherzige Augenzeuge, solches Unrecht nicht hinzunehmen und den Jungen selbst aufzuziehen – und die Eltern sind froh, das „Problem“ los zu sein.

Die Haupthandlung des Theaterstücks spielt zwei Jahre später. Die Bewohner des Bergdorfes, in dem nun auch der Junge mit dem Mann wohnt, wollen den Burschen loswerden, da sie befürchten er würde den Fremdenverkehr schädigen oder gar eine Bedrohung für ihre Sicherheit darstellen. So nutzen sie alle Argumente, die für eine Einweisung in eine Anstalt stehen, um den Jungen loszuwerden. Ihnen allen voran der geschäftlich denkende Bürgermeister, dem es nur um einen touristischen Aufschwung und die Stimmen der Mehrheit geht. Und als dann der arme Bursche zu seinem 17. Geburtstag durch ein Missverständnis eine vermeintliche Straftat begeht, haben die Dorfbewohner einen lang erhofften Vorwand gefunden, ihn in eine Klinik für geistige abnorme Personen zu stecken. Trotz der verzweifelten Bemühungen des freundlichen Mannes, der den Buben seit zwei Jahren pflegt, wird ihm sein Schützling, der ihm so sehr ans Herz gewachsen ist, entrissen. Mit seinen traurigen Worten: „Du hast deine Flöte vergessen!“ endet das Bühnenstück.

Ursprünglich ist das Stück 1977 von Felix Mitterer im Tiroler Dialekt geschrieben worden, in der besuchten Aufführung jedoch, ist der Ort der Handlung nach Kärnten verlegt und folglich wird Kärntner Dialekt gesprochen. Der Regisseur Markus Thill hat auch noch weitere Veränderungen vorgenommen: so ist die erste Hälfte eher komödiantisch angehaucht, obwohl die Originalfassung eine vollkommene Tragödie ist.

Nach der sehr gut besuchten Vorführung ist ein geglückter Theaterabend zu Ende gegangen, der dazu anregt, darüber nachzudenken, ob es in unserer Gesellschaft noch Platz für jene gibt, die unsere Unterstützung brauchen.

Andreas Allesch, 5A