BG/BRG Lerchenfeld
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Gespräch mit einer Zeitzeugin

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Am 4. Dezember dieses Jahres hatten wir, die 8A-Klasse, die außergewöhnliche Chance, die Geschichte über das Leben Andersdenkender in der NS-Zeit aus erster Hand zu erfahren. Hermine Liska, die am 12.April 1930 in St.Walburgen in Kärnten geboren und als Zeugin Jehovas erzogen wurde, war unsere Erzählerin. Sie berichtete über den geistigen Widerstand, insbesondere auch der Zeugen Jehovas gegen das NS-Regime und vor allem über ihre eigenen Reaktionen auf den politischen Druck. Begleitet wurde sie von Frau Esther Dürnberger, die uns mit einer sehr spannenden und nahegehenden Präsentation über die damalige Orientierung der Gesellschaft der NS-Zeit in die Geschichte um Hermine Liska einführte.

Wir lernten, wie der Glaube im Alltag der bäuerlichen Bevölkerung vor 1938 ausgeübt wurde und wie sich die alltäglichen Dinge, darunter auch jene Hermine Liskas, durch den Einmarsch Adolf Hitlers schlagartig änderten. Hermine Liska sträubte sich in der Schule gegen die neu eingeführte Begrüßung „Heil Hitler“, war stark genug, um die Hänseleien ihrer Mitschüler, weil sie sich keiner Hitlerjugend anschloss, zu ertragen und nahm auch die Einlieferung in ein nationalsozialistisches Erziehungsheim ohne Zorn und Racheschwüre hin. Sie blieb sich selbst immer treu.

Wir lernten durch diesen Vortrag viel über die Leiden der Zeugen Jehovas im NS-Regime, aber was auf uns viel mehr Eindruck machte, war die Person selbst, die uns ihre Geschichte erzählte. Hermine Liska, die heute 83 Jahre alt und voller Leben ist, durften wir als eine fröhliche und unbeschreiblich positive Person kennenlernen, die uns mit ihrer Begleiterin die Botschaft, „Gedenken an die Opfer- Mahnung an die Generationen“, mehr als nur näher brachte.
Dafür möchte ich mich im Namen der 8A sehr herzlich bedanken.

Patricia Schedifka