BG/BRG Lerchenfeld
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Die größten Irrtümer über die Jugend von heute – Meinungsrede

„Generationen reden verschieden und handeln gleich.“ Mit diesem Zitat von Carl Ludwig von Haller möchte ich Sie begrüßen. Mein Name ist Kathrin Huber. Ich bin 16 Jahre alt, Klassensprecherin einer siebten Klasse des Lerchenfeldgymnasiums und möchte heute über die Werte der Jugend sprechen und Sie vorab bitten, nachzudenken wie oft Sie eigentlich schon die Worte „die Jugend von heute“ gehört haben.

Ich beschäftige mich also mit der Thematik der Wertvorstellungen der momentanen jungen Generation. Doch lassen sich Werte einer Generation einfach so wiedergeben? Meiner Meinung nach ist dies ausgesprochen schwierig, denn jeder von uns ist ein einzigartiges Individuum, niemand gleicht vollkommen dem anderen. Der beste Weg, sich zu einer Gruppe von Menschen zu äußern, ist wohl immer noch, sich auf Studien zu stützen. Daher beziehe ich mich auf eine Studie des Instituts für Jugendkulturforschung, die in der Presse wiedergegeben worden ist. Diese Analyse deckt fünf Vorurteile über Jugendliche auf und widerlegt diese. Unsere Generation wird oft als negativ beschrieben. Es heißt, junge Menschen seien egoistisch, frech, außer Kontrolle, unfähig, Sozialkontakte zu knüpfen und vieles mehr. Doch sind sie wirklich so anders wie die Generationen vor ihnen? Ein Vorurteil der Studie beschreibt und widerlegt den Egoismus, der uns oft nachgesagt wird. Jugendliche von heute leisten erwiesenermaßen Hilfe in ihrem eigenen sozialen Umfeld. Weiters gibt es Behauptungen, dass unsere Jugend sehr konservativ ist. Laut Studie ist die jugendliche Generation weder konservativ, noch links. Traditionen spielen nur für wenige Jugendliche eine Rolle, sie widmen ihr Interesse lieber Familie und Freunden, und das ist durchaus positiv und spricht für sie. Man kann also auch nicht von einer Retraditionalisierung sprechen. Oft wird auch die Isolation der Gegenwartsjugend angesprochen. „Sie leben in ihrer eigenen Welt“, heißt es oftmals. Auch das stimmt meistens nicht. Jugendliche schätzen Individualität, aber auch das Familienleben immer mehr. Von Isolation kann man nicht sprechen. Es ist auch ein Mythos, dass die Jugend nicht über die Zukunft nachdenkt. Sie grübelt sehr wohl darüber nach, wenn auch manchmal nur über die eigene. Auch der Verlust an gesellschaftlichen Werten wird nicht selten kritisiert. Also ehrlich gesagt, brauche ich hierfür keine Studie, um dies zu widerlegen. Die Jugend von heute hat sehr wohl gute Eigenschaften. Sie ist eine Generation, die in einer absoluten Leistungsgesellschaft aufwachsen muss. Eine Generation, die schon im Jugendalter Höchstleistungen bringen muss. Eine Generation, die ehrgeizig, belastbar, technisch begabt und hilfsbereit ist. Eine Generation, die toleranter in vieler Hinsicht ist als jede Generation zuvor. Eine Generation, der egal ist, ob jemand dunkelhäutig, homosexuell oder arm ist. Eine Generation, die offen gegenüber anderen Religionen oder Ländern ist. Bei genauem Hinsehen wird offensichtlich, dass die Jugendlichen aus Fehlern vorheriger Generationen gelernt haben. Intoleranz ist für die meisten Jugendlichen inakzeptabel. Sie haben gelernt, unter Druck zu arbeiten, aber immer noch Zeit für sich zu haben. Sie sind Vertreter des Friedens, der Freiheit, der Gleichheit, der Gerechtigkeit. Und trotzdem finde ich, unterscheiden sie sich nicht sehr von anderen Generationen. Natürlich, sie haben ganz andere Möglichkeiten. Sie sind mit Internet und Handy aufgewachsen, haben keinen Krieg erlebt. Aber trotzdem, sie sind jung und vielleicht manchmal etwas naiv, wollen die Welt entdecken, Fehler begehen, sich ausleben, sie wollen lieben, lachen, feiern. Wo genau sind die Unterschiede? Klingt das denn für ältere Personen nicht vertraut? Ich gebe zu, es gibt junge Menschen, die egoistisch und unverantwortlich handeln, die trinken und rauchen, die Gewalt anwenden. Doch schwarze Schafe gibt es überall und in jeder Generation. Außerdem muss man bedenken, dass Wertvorstellungen einem historischen Wandel unterzogen sind. Natürlich ändern sich gewisse Ideale, doch meiner Meinung nach ist dieser Wandel positiv ausgefallen. Entscheidend ist der Rückgang von Rassismus und Unterdrückung. Die Gegenwartsjugend hat aus den Fehlern anderer gelernt. Ein Faktor, der auf jeden Fall für sie spricht. Selbstverständlich gibt es auch negative Entwicklungen, wie die Abhängigkeit von Mobiltelefonen. Doch mir persönlich ist eine handysüchtige Gesellschaft lieber als eine rassistische.
Ich möchte aber zum Schluss noch einen Appell an unsere Jugend richten, denn das mangelnde Engagement für Umwelt, Pflanzen, Tiere und zeitgenössische Probleme stört mich sehr.
Ich appelliere daher an unsere Jugend, sich mehr für unseren Planeten einzusetzen, denn wir sind seine Zukunft, aber er ist auch unsere.

Kathrin Huber, 7B