BG/BRG Lerchenfeld
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Erörterungen

Sie sind eine anspruchsvolle Aufsatzgattung, in welcher die Schreiber sich bemühen, Standpunkte zu einem Thema in einem Aufsatz so zu versammeln, dass der Leser von den Schreiberkompetenzen und den demokratischen Fähigkeiten derselben — verschiedene auch gegensätzliche Standpunkte in den Diskurs einzubeziehen und sich ein eigenes reifes Urteil bilden zu können — beeindruckt wird.
Weil aber niemand alles unvorbereitet erörtern kann, werden Lehrer zum Thema Erörterung wohl überwiegend bereit sein, die in Frage kommenden Themenkreise vorzugeben.
Deutschlehrer wissen, dass für eine gute Erörterung eine gewisse Spannung da sein muss, das heißt, die Schülerinnen und Schüler sollten heiß darauf sein, sich in Form eines Aufsatzes zu einem bestimmten Thema äußern zu dürfen. Deutschlehrer tun sich damit auch selbst etwas Gutes, weil sie aus den schönen und reifen Arbeiten auch Nutzen ziehen können und keinen mit Vorurteilen durchsetzten Blödsinn lesen müssen. (Lernen und Lehren sind ja keine Einbahnstraßen!)
Alle am Unternehmen Erörterung Beteiligten werden auf eine grundsätzliche vernünftige Regel eingeschworen:

Als Vorbereitung für die Erörterung würde sich das folgende Verfahren bewähren:

Der Deutschlehrer gibt Themenkreise (aus denen sich dann unterschiedliche Schularbeitenthemen stricken lassen) vor und ihr Schülerinnen und Schüler liefert im Plenum oder in Gruppenarbeit im Verfahren "Brainstorming" Stichwörter, die dann ohne Rücksicht auf eine richtige Reihenfolge entweder vom Lehrer oder Gruppenleiter in einem ersten Schritt gesammelt und in eine Liste geschrieben werden. Je umfangreicher eine solche Liste ist, desto mehr Auswahl für eure engere Wahl ist dann vorhanden. In einem weiteren Schritt kann dann wieder im Plenum (ist wahrscheinlich zu lehrerzentriert) oder in der Kleingruppe eine Stichwortgliederung erfolgen. Dazu werden die zum Thema passenden Stichwörter ausgewählt, die weniger zum Thema passenden Stichwörter unter den Tisch fallen gelassen. Die Stichwortsammlung wird gegliedert (Minimalgliederung: Einleitung — Hauptteil — Schluss). Nun liegt der Aufsatz in Stichwortform vor euch — die Übung hat im Idealfall alle eure Sinne am Unternehmen beteiligt (Augensinn — Ohrensinn — Gesichtssinn — Schreibmotorik — "Festplatte" (Langzeitgedächtnis)), ihr habt einen eindeutigen Zugewinn an Informationen und es gibt Denkansätze, die nur darauf warteten, im Falle eines Aufsatzes realisiert zu werden. Der Lehrer lässt also kaum Übungsaufsätze schreiben, sondern führt seine Leute über Brainstormings und Stichwortgliederungen zu einer bestimmten Spannung zu einzelnen Themen. Zu manchen Themenkreisen wird es nötig sein, Material zu sammeln. Das kann auch gemeinsam geschehen, wobei vom Lehrer kleinere Rechercheaufträge aus Informationsquellen vergeben werden.

Beispiel:

"Laut der neuesten Kriminalstatistiken gibt es eine verstärkte Neigung zur Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen — wo liegen Gründe und Ursachen für diesen Trend und was könnten wir dagegen tun?"

Material:

Wie sollte nun eine gute Erörterung aufgebaut sein?

Ein grober Gliederungsvorschlag zum Beispielthema:

Was immer wieder zu beachten sein wird:

Mag. Albert Pulferer